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Entwicklung des Brandschutzes in Ströbitz

 

Von Theodor Schröter

Die Einwohner von Ströbitz erkannten Mitte des 19.Jahrhundelts, dass Brände in teilweise mehrstöckigen Gebäuden mit einfachen Feuereimem nicht mehr beherrschbar waren. Im Jahre 1845 wurde deshalb von der Gemeinde eine Summe von 228 Talem zur Anschaffung einer Spritze und für den Bau eines Spritzenhauses gesammelt. An der alten Schule entstand etwa 1865 das Spritzenhaus, das gleichzeitig als Gefängnis diente. (Informationsquelle – book of ra kostenlos spielen ohne anmeldung ohne registrierung)

Bei Ausbruch eines Brandes hatte jede Familie eine männliche Person, im Verhinderungsfalle als Ersatz eine Frau zu stellen. Oft reichten die erschienenen Personen zur Brandbekämpfung nicht aus. Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr war nur eine Frage der Zeit.

Aus Anlass des Brandes der “Neuen Welt” und Unstimmigkeiten im Kriegerbund Ströbitz unterbreitete der damalige Landrat von Wackerbarth den Vorschlag im Sommer 1906, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. In Veröffentlichungen zum 30jährigen Bestehen der Ströbitzer Feuerwehr im Jahre 1936 wird das Gründungsdatum 30.Juni erwähnt. Im 2. Halbjahr 1906 bereitete ein vorläufiger Vorstand die eigentliche Gründung vor Vielen Dank Online Casinos mit 25 free spins no deposit casino.

Am 01.01.1907 wurden 52 aktive Feuerwehrmänner eingekleidet, finanziert durch die Gemeinde und die Feuersozietät. Die erste Ausrüstung bestand in einer neuen Saugdruckspritze mit 50 Meter Druckschlauch, ein hölzerner Wasserwagen, zwei eiserne Wasserwagen und ein Transportwagen mit drei Hakenleitern. Die Unterkunft für die Geräte befand sich im Spritzenhaus (Backsteingebäude) an der alten Schule und in Scheunen der Bauern der Umgebung.. In einer Generalversammlung am 05.01.1907 wurde der erste Vorstand und die Führerschaft gewählt. Erster Oberwehrführer wurde der Kaufmann Otto Burchardt. Es wurden drei Abteilungen gebildet: die Steigerabteilung, die Spritzenabteilung und die Wasserwagenabteilung.

Am 16 November 1913 wurde ein fünf – toriges Gerätehaus mit Steigerturm am damaligen Hindenburg-Platz, dem heutigen Vetschauer Platz eingeweiht. Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden 3 moderne Feuerlöschbrunnen mit Unterstützung der Feuersozietät. Damit war auch der Beginn einer besseren Wasserversorgung gegeben.

Die Wehrmacht zog 32 Kameraden für den 1. Weltkrieg ein. Vier Kameraden verloren ihr Leben. In den Folgejahren wurde die Löschwasserversorgung ausgebaut. So entstanden 6 weitere Feuerlöschbrunnen und eine Wasseranlage an der neuen Schule. Gleichzeitig standen 4 Wasseranlage im Eisenbahnausbesserungswerk und in der Betriebswerkstatt zur Verfügung. Vervollständigt wurde auch die Ausrüstung mit einer mit Pferden bespannbaren Ewald-Motorspritze und einer mechanischen Magirus-Leiter von 22 Meter Länge und drei Hakenleitern.

Aus Anlass der Feuersbrunst im Jahre 1921 in Grötsch wurde 1925 die Kreislöschhilfe gegründet, die mit 22 000Mark durch den Kreis und mit

8 000Mark durch die Feuersozietät finanziert wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz nahm von Anfang an eine zentrale Stellung ein.

Die Wehr erhielt eine Überland-Automobilspritze mit 1000 Liter Leistung in der Minute mit anhängbaren Schlauchwagen (insgesamt 2200 Meter Schlauchmaterial), eine Kleinmotorspritze mit einer Leistung mit 800 Liter in der Minute und einen Mannschaftstransportwagen.

1931 wurde das Gerätehaus erweitert durch die große Wagenhalle, einem Mannschaftsunterkunftsraum und einer Wohnung für den Gerätewart. Damit erhielt das Gerätehaus etwa sein heutiges Aussehen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Schaffung einer stillen Alarmanlage. 34 Kameraden in der Umgebung des Gerätehauses konnten so schnell mit Rasselweckern in ihren Wohnungen alarmiert werden.

Mit dem Feuerlöschgesetz vom 15.12.1933 kam für die Wehr auch die Aufgaben des Gas- und Luftschutzes dazu.

In der Berichterstattung über die Jahreshauptversammlung am 30.Juni 1936 anlässlich des 30 jährigen Bestehen der Wehr in der”Alten Welt’ wird in der lokalen Presse auch die Neuausstattung bzw. ein Auftritt des Spielmannzuges der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 5 Gründungsmitglieder Mitglied der Wehr.

Die Zeit seit der Gründung bis zum 2. Weltkrieg ist eng verbunden mit dem Namen des Kameraden Otto Burchardt. Die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der stärksten und schlagkräftigsten Feuerwehren des Kreises. Deshalb wurde die Wehr auch zur Kreisfeuerwehr ernannt. Kamerad Burchardt war über drei Jahrzehnte Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz, Amtswehrführer und Stellvertretender Kreiswehrführer.

1945 war auch ein schwerer Wiederanfang für die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz. Ein Teil der Kameraden kam aus dem 2. Weltkrieg nicht zurück. Die Kameraden, die sich zur systemtragenden Partei bekannten, waren nicht willkommen. Die Technik blieb im wesentlichen erhalten. So war es der Kamerad Hellmut Müller (genannt”Pupe”), der die Wehr versuchte wieder aufzubauen. Für die Technik zeichnete der Kamerad Klauck, Albert verantwortlich. Es stand eine Automobilspritze und ein Mannschaftswagen zur Verfügung.

1950 wurde die Gemeinde Ströbitz auf Beschluss in die Stadt Cottbus eingemeindet. Damit ging auch die Eigenständigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Ströbitz verloren. Die Tätigkeit in der Kreislöschhilfe wurde dadurch aber nicht berührt. Die Stadt Cottbus verfügte bereits seit 1947 über eine Berufsfeuerwehr. Die Struktur, bzw. die Organisation der Feuerwehr änderte sich in den letzten 50 Jahren mehrfach.

Nach dem Brand in der Fischräucherei 1953 wird der Kamerad Müller abgelöst und die Kameraden Klauck, Heinz und Hipler, Bruno Rühren die Wehr in Folgejahren.

Im Jahre 1957 übemahm der Kamerad Fiedler, Erwin die Wehr. Im gleichen Jahr erhielt die Wehr ein LF 10, liebevoll “Oma” von den Kameraden genannt, mit Vollgummibereifung.

1958 wurde der Kamerad Weißlog, Gerhard Wehrführer. Die Wehr erhielt im gleichen Jahr ein für damalige Verhältnisse modernes Löschfahrzeug LF 16,

S 4000. Anfang der 80-er Jahre ging der S 4000 nach Schmellwitz und Ströbitz erhielt ein LF 16, W50 von der Feuerwehrschule. Der Wechsel wurde notwendig auf Grund baulicher Voraussetzungen der Gerätehäuser. Der S 4000 leistet noch heute seinen Dienst in der FF Schmellwitz.

Bis in die 70-er Jahre absolvierte die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz sehr viele Einsatze in der Stadt und im Landkreis Cottbus.

Kamerad Weißflog ist mit 26 Jahren zweitdienstlängster Wehrführer nach Kamerad Burchardt mit 38 Jahren.

1985 wurde Kamerad Peschmann, Bernd durch die Stadt Cottbus als Wehrleiter eingesetzt. Die Entwicklung in der Wehr stagnierte.

1988 übernahm der Kamerad Horwath, Jürgen, der bis dahin die Brandschutzgruppe leitete, die Wehr. Seit dieser Zeit ist auch wieder eine eindeutige positive Entwicklung in der Wehr zu verzeichnen. Mit der Wende wurde der Bereich Vorbeugender Brandschutz abgeschafft und die Brandschutzgruppen aufgelöst. Damit ging der Wehr ein Teil an Kameraden, vorwiegend Frauen, verloren.

In der Zeit von Mitte der 80-er Jahre bis Mitte der 90-er Jahre wurde das Gerätehaus vollständig rekonstruiert. Damit verbesserten sich die sozialen Bedingungen für die Kameraden wesentlich. An der Rekonstruktion des Steigerturmes hat der Bürgerverein einen wesentlichen Anteil. Seit der Gründung des Bürgervereins Ströbitz besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen der Ströbitzer Feuerwehr und dem Bürgerverein.

1995 bekam die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz ein modernes Löschfahrzeug LF 8/6, Iveco-Magirus, der bis heute im Einsatz ist.

Anfang der 90-er Jahre wurde in Ströbitz eine Jugendfeuerwehr aufgebaut. Einen großen Anteil an der Entwicklung der Jugendfeuerwehr haben die Kameraden Hauck und Hempe. Seit dieser Zeit hat die Jugendfeuerwehr eine durchschnittliche Personalstärke von 20 Jugendlichen bzw. Kindern. Durch Lehrstellen- und Arbeitsmangel in der Region können aber nur sehr wenige Kameraden aus der Jugendwehr in die Feuerwehr übernommen werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz, oder richtig z.Z. wieder einmal Löschzug Ströbitz hatte in den letzten Jahren eine durchschnittliche Personalstärke von 30 Kameraden, davon etwa zwei Drittel aktiv und ein Drittel in der Ehrenabteilung.

Um die Interessen der Kameraden besser vertreten zu können, war die Freiwillige Feuerwehr Ströbitz bereits in den 20-er und 30-er Jahren im Kreisfeuerwehrverband organisiert.

Mit der Neugründung Anfang der 90-er Jahre wurde die FFw Ströbitz wieder Mitglied des Kreisfeuerwehrverbandes und mit der Teilung 1993 Mitglied des Stadtfeuerwehrverbandes. Die Kameradin Kunze, Kerstin und die Kameraden Hempe, Stev und Schröter, Theodor bestimmten maßgeblich die Entwicklung im Vorstand mit.

Das 30., das 60.,das 90. und das 100. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr wurden als Volksfeste für den gesamten Ort bzw. Stadtteil begangen. Zur Zeit bereiten die Kameraden das 110 jährige Jubiläum vor, das im Mai 2016 stattfinden wird.

Zusammengestellt durch den Kameraden Schröter, Theodor